Fremantle

Mit einem riesigen Rucksack voller Eindrücke machten wir uns in Hongkong auf den Weg einen Flugmarathon zu bewältigen. Vom ehemals britischen Hoheitsgebiet aus ging es zurück nach Singapur. Dort angekommen, durften wir etwa 6 Stunden Wartezeit totschlagen. Glücklicherweise war Toyota zusammen mit dem Hauptsponsor SingTel mit einem Rennwagen vor Ort. Ich konnte also bereits den Singapur Grand Prix fahren. Und dies in einem echten Formel 1-Auto, das sich auch noch bewegt, resp. die Kurven sowie Beschleunigungs- und Bremskräfte simuliert. Wahrlich eindrücklich. Auch meine Rundenzeit!!

Aber das nur nebenbei. Wir flogen also von Singapur weiter Richtung Perth und landeten dort pünktlich um Mitternacht. Wir konnten Marco noch während des Landeanflugs zum Geburtstag gratulieren, welchen er auf dem „neuen“ Kontinent feierte. Zu dieser Geisterstunde hatte sich der öffentliche Verkehr von Perth jedoch bereits dem wohlverdienten Schlaf zugewendet, so blieb uns nichts anderes übrig als einen sportbegeisterten Taxifahrer zu beauftragen, uns zu unserem Appartement in Fremantle zu fahren. „No worries“ war seine Reaktion, als wir ihm die Adresse nannten und er seinen dicken Strassenatlas konsultierte. Trotzdem landeten wir nach einer Fahrt durch die Suburbs von Perth an der falschen Hafenmole. Da er scheinbar doch nicht sehr vertraut war mit Karten lesen, griffen wir ihm unter die Arme und war nach wenigen Kurven direkt vor unserem neuen Zuhause.

Was erwartet uns wohl für ein Appartement mit dem vielsprechenden Namen The Harbourside? Aus dem Internet kannten wir bereits ansatzweise wie es aussehen könnte. Von Marco’s Fotokünsten her, weiss ich aber auch, was man alles rausholen kann. Wir wurden nicht enttäuscht. Wir betraten eine geräumige und geschmackvoll eingerichtete 3-Zi-Wohnung mit Balkon auf den Frachthafen von Fremantle. Todmüde fielen wir ins Bett und erholten uns von den Flugstrapazen.

Am nächsten Morgen wollten wir uns natürlich einen Überblick über unsere neue Gemeinde verschaffen. Fremantle, eine überschaubare Kleinstadt direkt am Meer gelegen, war uns auf Anhieb sympathisch. Aus dem Reiseführer wussten wir, dass sich hier sehr viele Einwohner von Perth an den Wochenenden von aufreibenden Arbeitswochen erholen. Dementsprechend ist auch viel los. An der Hauptstrasse, quasi die Bahnhofstrasse von Fremantle, reiht sich ein Café ans andere. Nachdem wir uns für das australische Pendant zu unserem Bohemia, dem Dôme, entschieden hatten und einen wahrlich sensationellen Espresso genossen, fühlten wir uns doch nicht an die Bahnhofstrasse, dafür aber umso mehr an das gute alte Limmatquai zurückversetzt. Es scheint, als ob jeder, der ein Auto besitzt, dieses herausgeputzt und frisch poliert hat und danach „Gassi“ führt. Über Lärmbeschränkungen scheint man sich hier keine allzu grossen Gedanken zu machen.

Auf jeden Fall brauchten wir uns keine Sorgen zu machen, dass wir hier allenfalls den Hunger- oder den Verdurstungstod erleiden. Man kann es sich sehr, sehr gut gehen lassen, wobei auch das Preisniveau dem unseren sehr ähnlich ist.

Aber Freo, umgangssprachlich für Fremantle, hat sicher noch mehr zu bieten. Also ging es zu Fuss auf Entdeckungsreise. Das Zentrum ist schnell entdeckt. Einige quadratisch angeordnete Strassen mit unzähligen Shops für Kleider und andere „unentbehrliche“ Artikel. Erwähnenswert ist sicherlich der Freo-Market. Jeweils nur an den Wochenenden geöffnet, kann man hier von Nützlichem und Unnützlichem bis zu frischem Gemüse alles ergattern. Hervorzuheben ist die ebenfalls in der Markthalle integrierte Bar. Sie scheint mir einer typischen Outback-Trinkstätte nachgebildet zu sein. Jeder der Lust hat, kann sich hier einschreiben und sich für eine halbe oder gar eine ganze Stunde seiner musikalischen Muse hingeben. Es ist wahre Unterhaltung bei einem kühlen VB.

Gleich ans Stadtzentrum angrenzend haben sich die grossen Lebensmittelketten Cole’s und Woolworth angesiedelt. Hier ist alles zu finden, was man für einen top eingerichteten Haushalt benötigt. Und wir haben schliesslich einen auf 4 Rädern. Kurz entschlossen schnappten wir uns einen der überdimensionierten Einkaufswagen und machten uns auf, in der Vielfalt der Angebote das Nötige zusammen zu suchen. Schliesslich mussten wir auch ausprobieren, welche Marken uns am meisten zusagten, so dass wir für die Canning Stock Route, unser erstes Outback-Abenteuer, auch kulinarische Leckerbissen mitführen. An der Kasse stellten wir ernüchternd fest, dass 8 Hände nicht ausreichten, um all die kleinen Plastiktüten in unser Appartement zu schleppen. Kurz entschlossen rollten wir einfach unseren Einkaufs-Trolly vor die Haustür und gleich in die Wohnung. Ist um ein mehrfaches praktischer als unzählige Male die Treppe zu bewältigen.

Wer uns kennt, weiss, dass wir nicht nur die Schönheiten und Möglichkeiten einer jeden Stadt bei Tag kennen wollen, sondern natürlich auch das Nightlife entdecken möchten. Wir machten uns also auf in die Dunkelheit um zu erfahren, wie hier an der Westküste Australiens die Samstagabende um die Ohren geschlagen werden. Zu unserer Überraschung hat jedes Pub eine oder gar mehrere Live-Bands engagiert, die den musikalischen Rahmen bilden. Die Gäste löschen ihren Durst auf Teufel komm raus und spornen ihre Lebern zu Höchstleistungen an. Wir standen in keiner Weise zurück und wollten die Pace der Australier mitgehen. Tja, Übung macht den Meister. Wir haben ja noch Zeit.

Perth

Nachdem in Freo eigentlich nur noch die Museen nicht besucht waren, entschlossen wir uns, uns dem Swan River hinauf, Perth zuzuwenden. Mit öffentlichem Verkehr ist die Stadt innert einer halben Stunde zu erreichen. Perth, mit ca. 1.2 Mio. Einwohnern die grösste Stadt von Western Australia, gibt einem aber nicht das Gefühl, sich in einer „Grosstadt“ zu bewegen. Im Gegenteil, auch Perth ist sehr übersichtlich und das Zentrum wird wiederum von Einkaufsmöglichkeiten gesäumt. Es macht wirklich den Anschein, als des Australiers liebstes Hobby das Shoppen ist.

Was liegt näher, als auch diese Stadt mit dem „Touri“-Bus zu entdecken. Schnell stellten wir jedoch fest, dass die Haltestellen dieser Tour in Gehdistanz liegen. Deshalb entschlossen wir uns auf die Tour zu verzichten und die Stadt à pied zu erforschen. Perth bietet neben einer Durchmischung von historischer und moderner Architektur vor allem eine riesige Vielfalt an Grünflächen und Parks. Da liegt es nahe, dass wir uns vor allem diesen widmeten. Der grösste ist der Kings Park. Wie fast alles in Australien kann man mit seinem motorisierten Untersatz auch diesen bequem ansteuern. Vorderhand ist uns dieser Luxus jedoch noch nicht gegönnt. Wir trotzten aber auch diesen Umständen und wurden mit einer phänomenalen Aussicht auf den Swan River und die Skyline von Perth belohnt.

Zurück im Zentrum gönnten Marco und ich uns ein kühles Blondes in einem der zahlreichen Pubs und genossen die Feierabendstimmung der Ozzies. Unseren Frauen hatten es jedoch die zahlreichen Billabong-, Quicksilver-, Ripcurl- und anderen Shops angetan und genossen das ausgiebige Window-Shopping in vollen Zügen. Selbstverständlich kamen aber auch sie nicht zu kurz und einem kühlen Gerstensaft.

Import der LandCruiser

Tags darauf entschieden sich Marco und ich uns nun definitiv um die administrativen Hürden zur Einfuhr unserer LandCruiser zu kümmern. Aus zahlreichen Internetbeiträgen wussten wir in etwa was da auf uns zukommen könnte. Trotzdem lag es uns am nächsten direkt im nebenan gelegenen Fremantle Port Tower vorbeizuschauen und uns einmal über die notwendigen Schritte zu informieren. Ein beträchtlich ergrauter Drachen an der Reception gab uns erstaunlich freundlich Auskunft. Sie teilte uns mit, dass der Tower ausschliesslich mit dem Management der Schiffe zu tun habe und über den restlichen Schritte keinen Bescheid wisse. Wir sollen uns an Customs (Zoll) wenden. Die wüssten Bescheid.

Gesagt, getan. Zum Glück lag auch das Customs House keine 100 Meter nebenan. Schnurstracks an den Schalter und frisch drauflosgefragt. Erstaunlicherweise hat der Herr schon davon gehört, dass ein Auto mittels Carnet de Passage nach Australien eingeführt werden kann. Er bat um einige Minuten. Er hole den Spezialisten. Der Spezialist fragte uns an der „Delivery Note“. Ohne diese würden wir keinen Termin beim Zoll und der Quarantäne-Stelle erhalten. Aber was zum Geier ist das „Delivery Note“? Der hilfsbereite Zollbeamte erklärte uns, dass wir dieses Dokument von der Reederei erhalten, sobald der Container in Fremantle eintrifft. Gleichzeitig überreichte er uns noch das zwingend einzureichende Dokument für die persönlichen Effekten, die im Container sind. Dieses müsse zusammen mit der Packliste bei der Terminvereinbarung ausgefüllt mitgebracht werden. Wir steckte diese Formulare also im Doppel ein und machten aus davon.

Wir entschieden, bei einem Espresso die nächsten Schritte zu beraten. Wir entschieden, uns zuerst einmal mit MSC Australia in Verbindung zu setzen um herauszufinden, wann wir denn von ihnen die „Delivery Note“ erhalten würden. Nachdem wir einige Minuten aneinander vorbeidiskutiert haben, kristallisierte sich heraus, dass wir einfach die Hafengebühren von MSC zu begleichen haben und danach das gewünschte Dokument erhalten würden. Wir entschlossen uns der Einfachheit halber mit einem Taxi Richtung North Fremantle zu reisen und bei der MSC Australia vorstellig zu werden.

Man erwartete uns bereits. Nach Begleichung der Rechnung der Hafengebühren über sage und schreibe AUD 460.-- händigte man uns das gewünschte Dokument aus und betonte, dass damit MSC Australia nichts mehr mit dem weiteren Verlauf der Container-Abwicklung zu tun habe. Da wir uns ja bei einem Spezialisten für Frachtabwicklung befanden, nutzten wir diese Chance und erkundigten uns, ob man uns einen Fracht-Broker empfehlen könne, der für uns die Abwicklung übernimmt. Rachel, die nicht allzu freundliche Mitarbeiterin von MSC empfahl uns Brett von der Strang-Tradex Group (20, Peel Road, O’Conner W.A., 6163, Ph: 08 9331 4404).

Da wir uns „in the middle of nowhere“ befanden und schlicht und einfach kein Taxi aufzutreiben war, mussten wir uns auf den öffentlichen Verkehr verlassen. Nach kurzer Wartezeit kam auch bereits ein Bus vorbei und wir wurden sicher zum Bahnhof Fremantle zurückgebracht. Es ging nun darum, den Anschluss-Bus zu finden um an die Peel Road in O’Connor zu gelangen. Nachdem uns gesagt wurde, dass wir Bus Nr. 98 nehmen sollen, teilte uns dessen Fahrer mit, dass er wohl in die Nähe komme, wir aber mit Bus Nr. 142 direkt durch die Peel Road fahren.

Gesagt, getan. Wir bestiegen den Bus Nr. 142 und baten den Fahrer darum, uns darauf aufmerksam zu machen, wann wir auszusteigen hätten. Er gab uns zu verstehen, dass er gestern einen sehr, sehr anstrengenden Abend hatte. Er werde sich aber Mühe geben, uns nicht zu vergessen. Uns blieb also nichts anderes übrig als zu hoffen, dass während der Fahrt der Promille-Gehalt unseres Fahrer deutlich reduziert wird und er uns mittels Geistesblitz an der richtigen Haltestelle absetzte. Welch Wunder, er erinnerte sich und wir wurden punktgenau abgesetzt.

Nach wenigen Schritten befanden wir uns also vor Bretts Büro. Wir traten ein und wurden von Brett persönlich begrüsst. Nachdem wir ihm unser Anliegen geschildert haben, wusste er sofort, was zu tun ist. Er erklärte uns Schritt für Schritt die Arrangements die getroffen werden müssen. Nachdem er uns versicherte, innerhalb von 2 Tagen nach Einlaufen unseres Schiffes den Inhalt unseres Containers durch Zoll und Quarantäne gebracht zu haben, entschieden wir, ihm den ganzen administrativen Papierkrieg zu überlassen, bestanden aber darauf beim Öffnen des Containers sowie bei den Terminen von Zoll und Quarantäne dabei zu sein. Ihm war das sogar recht, da wir dann selbst entscheiden könnten, sollte etwas zu beanstanden sein. Mit einem erleichterten Gefühl verliessen wir Bretts Büro.

Bereits am nächsten Morgen hat uns Brett die Termine für Zoll und Quarantäne via email bestätigt. Leider mussten wir feststellen, dass sich unser Frachter, die MSC Astrid von Tag zu Tag mehr verspätete. Ursprünglich war ihr Einlaufen auf den 11. September vorgesehen. Aber bereits in Hongkong ahnten wir, dass diese Pünktlichkeit ein Traum bliebe. Via Internet erfuhren wir, dass sich dieses Datum zuerst auf den 13., dann auf den 14. und schlussendlich auf den 15. September verschob. Schlussendlich lief die MSC Astrid am 15. September um 21.30h ein. Welch ein Anblick.

Die Konsequenzen aus dieser Verspätung hatten aber wiederum wir zu tragen. Dies bedeutete nämlich, dass Brett die auf den 16. vorgesehenen Termine auf den 18. September verschieben musste. Seine 2 Tage sollte er also immer noch einhalten können. Aber auch unsere Unterkunft musste nochmals verlängert werden. Langsam aber sicher bekommen wir den Freo-Koller. Von uns aus kann’s losgehen!!

Wir hatten uns also damit abgefunden, dass wir den 17. September zu unserer Verfügung haben. Logischerweise sind aber noch weitere Sachen in Bezug auf den temporären Import unserer Fahrzeuge zu erledigen. Wir mussten uns nämlich noch um die Fahrbewilligung und die Inverkehrsetzung kümmern. Da wir bereits Vorabklärungen getroffen hatten und schon einmal im „Strassenverkehrsamt“ von Perth vorstellig wurden, wussten wir also was wir zu tun hatten.

Früh morgens aufgestanden nahmen wir die uns bereits bekannte Buslinie 502 Richtung Driver License Center. Dort angekommen, hatten wir das Glück wiederum von der gleichen, sehr hilfsbereiten Mitarbeiterin bedient zu werden. Sie wusste bereits, dass wir für unsere Fahrzeuge ein „Temporary Movement Permit“ benötigen. Dieses Permit ist während 48h gültig und ermöglicht einem vom Hafen oder der Frachtfirma aus zum Vehicle License Center zu fahren. Dieses Permit kostete uns jeweils AUD 13.--. Gleichzeitig konnten wir auch gleich die Kosten für das Vorführen unserer 4WDler begleichen. Sie stellte uns dafür nochmals AUD 84.50 in Rechnung. Somit waren wir also gerüstet, um ab dem 18. September hoffentlich auf australischen Strassen zu cruisen.

Kaum in Freo zurück, klingelte mein neu erworbenes Pre-paid Handy. Brett war in der Linie und teilte uns mit, dass wir uns unverzüglich zur Frachtfirma begeben sollten. Der Container sei dort eingetroffen und müsse ausgepackt werden. Könne das heute nicht mehr erledigt werden, kämen allenfalls noch weitere Kosten auf uns zu, da der Container nicht rechtzeitig zurückgebracht werden könne. Da wir keine weiteren Verpflichtungen hatten, machten wir einen Treffpunkt aus. Er erklärte sich bereit, uns bei unserem Appartement abzuholen. Er werde in 15 min. dort eintreffen.

Nach 30 min. traf er endlich ein und wir fuhren zusammen zum Depot, wo wir unseren Container bereits geöffnet vorfanden. Wie aus dem Ei gepellt standen sie da – unsere LandCruisers!! Zuerst einmal die Batterien wieder angeschlossen und rein in die gute Stube. Mit dem ersten Versuch sprangen die Motoren an und wir rollten vorsichtig aus dem Container. Vorderhand musste nichts anderes getan werden. Die Termine mit AQIS (Quarantäne) und Customs (Zollbehörde) sollten erst am nächsten Tag, dem 17. September, stattfinden.

Vorerst glücklich, dass unsere LandCruiser die lange Seereise unbeschadet überstanden haben, wurden wir von Jason (ein Mitarbeiter von Brett) wieder zurück nach Fremantle gefahren. Wir vereinbarten, dass er uns am kommenden Tag um 12.45h abholen wird.

Gesagt, getan! Endlich ist es soweit. Nun sollte sich zeigen, ob sich unsere mühselige Putzarbeit in der Schweiz gelohnt hat und wir die Quarantäne ohne weitere Auflagen bestehen würden. Ein aufgestellter AQIS-Mitarbeiter und seine mürrische Gehilfin machten sich auf, unsere polierten 4WDler zu inspizieren. Mit der Taschlampe wurde unter das Auto gekrochen und sämtliche Hohlräume aufs Genaueste kontrolliert. Nur mit der tatkräftigen Mithilfe von Marco konnte er sich wieder hochrappeln und war vom Gesehenen zutiefst beeindruckt. Das einzige was zu beanstanden war, wurde von der mürrischen Gehilfin entdeckt. Es waren 2 verdorrte Blätter, die sich in der Motorhauben-Halterung von Pascal’s 4WD verkrochen hatten.

Quarantäne war also überstanden, nun wartete noch der Zollinspektor. Angekündigt war er auf 15.30h. Pünktlich trudelte er ein und verlangte ohne grossen Small-Talk sofort unsere Carnets. Nachdem er die Fahrgestell-Nummer kontrollierte, machte er sich an die Administration, sprich Ausfüllen der Carnets. Endlich hatten wir die sehnlichst erwarteten Stempel!!

Nun war es soweit!! Wir können auf die australischen Strassen mit unserem eigenen Auto! Leider nein! Es wurde uns beschieden, dass wir unsere Autos noch nicht vom Depot entfernen dürfen, solange sie im System von Customs noch nicht freigegeben sind. Gleichzeitig bestand auch Brett darauf, dass seine Rechnung beglichen sein muss, bevor wir unsere Autos fortbewegen. Uns blieb also nichts anderes übrig, als zu vereinbaren, dass wir am nächsten Morgen nochmals bei Brett im Büro vorstellig wurden um die Rechnung zu begleichen. Wir vereinbarten, um 8.15h dort zu sein. Wir wollten unseren Zeitplan so gestalten, dass wir alles möglichst effizient aneinander reihen konnten. Schlussendlich musste an diesem Freitag einiges erledigt werden. Brett’s Rechnung begleichen, Autos aus Depot abholen und damit sofort zum Vehicle Licsense Center, dort sollte der erste unserer beiden Autos „vorgeführt“ werden. Damit weiter zum Bullbar-Mechaniker, da wir mit diesem um 10.00h einen Termin zur Montage vereinbarten hatten. Sobald dies erledigt wäre, mit dem 2. LandCruiser zum Vorführen und auf den 2. Termin um 14.00h zum Bullbar-Mech.

Brett begann seine Arbeit am nächsten Morgen jedoch erst um 8.30h. Nichtsdestotrotz konnte er uns sofort seine Rechnung präsentieren. Damit sind sie schnell die Australier. Wir beglichen die Rechnung (um den Betrag hüllen wir ein Schweigen!!) und wurden wiederum von Jason zum Lager gefahren. Dort angekommen warteten unsere Babies.

Endlich war es soweit. Wir fuhren zum ersten Mal mit unseren eigenen Autos auf australischen Strassen. An den Linksverkehr gewöhnend fuhren wir zu unserem ersten Ziel, dem Strassenverkehrsamt. Wir sollten uns einfach in die Schlange stellen, es komme dann schon jemand zur Inspektion. Welche Schlange bitteschön? Auf jeden Fall kolonierten wir auf und warteten und warteten. Endlich gab sich ein Mitarbeiter die Mühe und machte sich an die Prüfung von Marco’s Auto. Licht, irgendetwas unter dem Auto, die Bremsen und das war’s auch schon. Wie abgemacht, machte er sich auf zu TJM um den Bullbar montieren zu lassen. Dieser hatte bereits angerufen, wo wir den bleiben.

Ich wartete und wartete weiter bis dann doch noch jemand kam um mein LandCruiser zu checken. Ich glaube er war neu hier, denn er nahm seine Arbeit sehr genau. Nach genauester Sichtung meines Carnets machte er sich über mein Auto her. Licht, Bremsen, Lenkunsservospiel, Scheibenwischer, ja sogar die Gurten wurden überprüft. Aber auch hier gab es nichts zu beanstanden. Er beschied mir, mich ins Büro zu begeben, er werde das Administrative erledigen. Wiederum nach einer Ewigkeit konnte ich endlich die obligate Haftpflichtversicherung bezahlen. Grössenordnung AUD 260.--. Gültigkeit 12 Monate und in ganz Australien!! Endlich erhielten wir denn so lange ersehnten Versicherungs-Kleber, der uns erlaubte in ganz Australien herumzufahren. Voller Stolz klebten wir ihn an unsere Windschutzscheibe.

Während sich Marco und ich mit dem oben beschriebenen Prozedere abmühten, waren auch Eveline und Joyce aktiv. Bereits in den Tagen zuvor hatten wir unseren Menü-Plan zusammengestellt und uns auf 21 Tagen abseits der Zivilisation eingerichtet. Es war also naheliegend, dass unsere besseren Hälften sich um den Lebensmittelvorrat kümmerten. Kaum bei unserem Appartement angekommen, wurden Marco und ich um Hilfe angerufen. Ich eilte also zu Coole’s und fand die beiden mit 3 randvoll gefüllten Einkaufswagen vor. Mit letzter Kraft brachten wir unseren Food zurück ins Appartement.

Dies sind die ersten Vorbereitungen zu unserem ersten, grossen Outback-Abenteuer: die Canning Stock Route.

Mehr dazu findet ihr in Kürze im nächsten Bericht.